Photovoltaik-Anlage ohne Finanzamt

Mit BMF-Schreiben vom 02.06.2021 wurden die letzte Hürde zum Betrieb einer „Photovoltaik-Anlage ohne Finanzamt“ genommen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es nunmehr möglich, eine PV-Anlage ohne die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung zu betreiben. Auch eine Gewinnermittlung ist nicht mehr erforderlich.

Die Voraussetzungen sind:

  • PV-Anlage mit einer installierten Leistung von bis zu 10 kW
  • PV-Anlage befindet sich auf dem zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder unentgeltlich überlassenen Ein-/Zweifamilienhausgrundstück
  • Nutzung der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG
  • Installation der Anlage nach dem 31.12.2003
  • Schriftlicher Antrag zu Nutzung dieses Wahlrechts beim zuständigen Finanzamt

Der Antrag kann für alle noch offenen Veranlagungszeiträume gestellt werden und wirkt auch für die Folgejahre.

Sofern die Kleinunternehmerregelung nicht genutzt werden kann oder soll, wird die bisherige umsatzsteuerliche Behandlung beibehalten, sodass weiterhin eine Umsatzsteuererklärung abgegeben werden muss. Auch in diesem Fall wäre keine Gewinnermittlung oder Berücksichtigung der PV-Anlage in der privaten Einkommensteuererklärung erforderlich.

Sofern der Antrag gestellt wird, können etwaige Verluste aus dem Betrieb der Anlage nicht mehr mit anderen Einkünften verrechnet werden.

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie das Wahlrecht ausüben wollen und um ungewollte Steuernachzahlungen für die Vorjahre zu vermeiden.

Für ergänzende Auskünfte stehen Ihnen mein Team und ich jederzeit gerne zur Verfügung.


Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es seit dem Veranlagungszeitraum 2020 eine neue steuerliche Förderung für energetische Maßnahmen am selbstgenutzten Wohneigentum gibt. Die Förderung kann über einen Zeitraum von 10 Jahren für mehrere Einzelmaßnahmen gewährt werden. Für jede Maßnahme kann eine Steuerermäßigung in Höhe von bis zu 20 % der Kosten (Material und Arbeitslohn) verteilt über drei Jahre (7%, 7%, 6%) im Rahmen der Einkommensteuererklärung beantragt werden. Die Obergrenze der Steuerermäßigung liegt bei EUR 40.000 (=20% von EUR 200.000, verteilt über 3 Jahre).

Die Begünstigung wird nur gewährt bei Objekten, die ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden und die zu Beginn der Maßnahme älter als 10 Jahre alt sind. Dafür ist der Beginn der Herstellung des Gebäudes maßgebend.

Für den Beginn der Maßnahme ist – je nach anwendbarem Baurecht für die Maßnahme - die Stellung des Bauantrags, die Kenntnisgabe bei der zuständigen Behörde oder der tatsächliche Beginn der Baumaßnahme entscheidend.

Die Maßnahme muss von einem Fachunternehmen ausgeführt werden, der die Ausführung auf amtlich vorgeschriebenem Muster zu bescheinigen hat.

Aufwendungen für energetische Maßnahmen sind, z. B.:

· Wärmedämmung von Wänden

· Wärmedämmung von Dachflächen

· Wärmedämmung von Geschossflächen

· Erneuerung von Fenstern und Außentüren

· Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage

· Erneuerung der Heizungsanlage

· Einbau von digitalen Systemen zur Verbrauchsoptimierung

· Optimierung der bestehenden Heizungsanlage:

Darüber hinaus werden auch die Aufwendungen für einen Energieberater gefördert, diese sogar mit 50% der Aufwendungen..

Die Regelungen zu der Frage, was als energetische Sanierungsmaßnahme gilt, sind sehr umfangreich. Bitte sprechen Sie uns an, damit wir Ihnen entsprechende Detailinformationen für Ihre konkrete Maßnahme zukommen lassen können.

Für ergänzende Auskünfte stehen Ihnen mein Team und ich jederzeit gerne zur Verfügung.